Deine Domain ist mehr als nur eine technische Adresse. Sie ist der erste Eindruck deiner Marke im Internet, beeinflusst Vertrauen, Wiedererkennung und deine Sichtbarkeit bei Google. Gerade für Gründer und lokale Dienstleister ist die richtige Domain entscheidend, um gefunden zu werden und professionell aufzutreten.
Warum die Domain-Auswahl so wichtig ist
Bevor ein Besucher deine Website sieht, liest er deine Domain. Sie entscheidet oft in Bruchteilen einer Sekunde mit, ob geklickt wird oder nicht. Eine gute Domain:
- bleibt sofort im Kopf
- vermittelt unmissverständlich, was du anbietest
- wirkt seriös und vertrauenswürdig
- unterstützt deine lokale Auffindbarkeit (Local SEO)
Eine schlechte Domain kostet dich dagegen Reichweite, Vertrauen und im schlimmsten Fall Kunden, die versehentlich bei der Konkurrenz landen.
Die wichtigsten Regeln für eine gute Domain
1. Kurz, klar und leicht zu merken
Je kürzer und einfacher deine Domain ist, desto besser. Ideal sind maximal 10–15 Zeichen. Vermeide komplizierte Schreibweisen, Fachbegriffe oder „kreative“ Wortspielereien, die niemand richtig schreiben kann.
Gut: maler-mustermann.de oder maler-stadt.de
Schlecht: der-beste-malerbetrieb-mueller-gmbh24.de
2. Mach den „Radio-Test“
Das ist der ultimative Härtetest: Stell dir vor, du nennst deine Domain im Radio oder am Telefon. Muss der Zuhörer nachfragen, wie man das schreibt? Musst du erklären: „Müller mit ue“ oder „Bäckerei minus Hamburg punkt de“?
Wenn du die Domain buchstabieren musst, ist sie meistens nicht optimal. Eine gute Domain wird so geschrieben, wie man sie spricht.
3. Dein Name oder dein Angebot?
Nutze entweder deinen Firmennamen oder dein Hauptangebot (Keyword). Beides ist legitim. Wichtig ist, dass der Bezug klar ist.
- Marken-Fokus: mustermann-heizungsbau.de (baut langfristig eine Marke auf)
- Keyword-Fokus: gartenpflege-stadt.de (fängt Nutzer ab, die genau danach suchen)
Wenn dein Firmenname sehr generisch oder ein Fantasiename ist, kombiniere ihn idealerweise mit der Leistung.
4. Lokal denken – lokal gefunden werden
Als lokaler Dienstleister profitierst du enorm von einem regionalen Bezug direkt im Domain-Namen. Das kann der Stadtname, die Region oder der Landkreis sein.
Beispiele:
- elektriker-musterstadt.de
- fensterbauer-musterstadt.de
Das hilft Nutzern sofort bei der geografischen Einordnung und erhöht die Klickwahrscheinlichkeit (CTR) bei lokalen Suchanfragen massiv.
5. Die richtige Domain-Endung wählen
Für deutsche Unternehmen ist .de fast immer die beste Wahl (der sogenannte „Gold-Standard“). Sie wirkt vertraut, seriös und lokal.
Weitere Optionen:
- .com – Pflicht bei internationalen Ambitionen.
- .net / .org – Eher neutral, werden aber oft als „zweite Wahl“ wahrgenommen.
- Unsere Erfahrung aus der Praxis:
Stadtbezogene Domain-Endungen wie .berlin, .hamburg oder andere alternative TLDs halten wir in 99 % der Fälle für nicht sinnvoll.
Dafür gibt es zwei klare Gründe: Zum einen sind sie für Nutzer erklärungsbedürftig und werden schlechter gemerkt, zum anderen zeigen keine belastbaren Studien oder Praxisdaten, dass solche Endungen messbare SEO-Vorteile oder mehr qualifizierte Anfragen bringen.
Pro-Tipp: Sichere dir, wenn möglich, sowohl die .de als auch die .com Domain, um Trittbrettfahrer zu vermeiden.
6. Vorsicht bei Bindestrichen und Zahlen
Zahlen wirken in Domains oft unseriös (wie Spam) und verwirren beim Sprechen („die Zahl 24 oder ausgeschrieben vierundzwanzig?“).
Bei Bindestrichen gilt im Deutschen eine Besonderheit: Sie erhöhen die Lesbarkeit.
rechtsanwaltstadt.de ist schwerer zu entziffern als rechtsanwalt-stadt.de.
Die Regel lautet also: Nutze Bindestriche zur Trennung von Wörtern für bessere Lesbarkeit, aber übertreibe es nicht (max. 1 Bindestrich ist ideal).
7. Checke auch Social Media
Bevor du die Domain kaufst: Ist der Name auf Instagram, Facebook, LinkedIn oder TikTok noch frei? Es ist ärgerlich, wenn du super-baker.de hast, aber auf Instagram @superbaker_official_germany_1 heißen musst, weil der Name weg ist. Einheitliche Namen auf allen Kanälen stärken deine Marke.
8. Rechtliches prüfen
Bevor du dich festlegst und Visitenkarten druckst, prüfe:
- Ist die Domain wirklich noch frei?
- Gibt es geschützte Marken mit ähnlichem Namen? (Ein Blick ins DPMA-Register lohnt sich)
- Verletzt du Namensrechte anderer Firmen in deiner Branche?
Typische Fehler bei der Domain-Auswahl
- Zu sehr eingeschränkt: Wer sich iphone-reparatur.de nennt, kann später schwer Samsung-Geräte reparieren. Wähle einen Namen, der Wachstum zulässt.
- Zu kompliziert: Abkürzungen, die nur du verstehst (z.B. kfy-meier.de).
- Trendbegriffe: Wörter nutzen, die in 2 Jahren „out“ sind.
- Keyword-Stuffing: billiger-schneller-rohrreiniger-berlin24.de wirkt wie Spam und wird von Google nicht mehr bevorzugt.
Kurze Checkliste: Ist deine Domain gut?
- [ ] Leicht zu lesen und auszusprechen (Radio-Test bestanden?)
- [ ] Klarer Bezug zu Angebot oder Firma
- [ ] Regional verständlich
- [ ] .de-Endung priorisiert
- [ ] Keine Zahlen, keine unnötigen Sonderzeichen
- [ ] Name auch auf Social Media verfügbar
Fazit
Eine gute Domain ist kein Zufallsprodukt. Sie ist strategisch gewählt, verständlich und auf deine Zielgruppe abgestimmt. Gerade als Gründer solltest du dir dafür Zeit nehmen – denn die Domain begleitet dein Unternehmen oft über Jahre und eine spätere Änderung ist mit viel Aufwand und Ranking-Verlusten verbunden.
Wenn du unsicher bist oder mehrere Optionen hast, lohnt sich eine professionelle Einschätzung. Eine starke Domain ist das Fundament für erfolgreiches Webdesign, effektives SEO und langfristige Sichtbarkeit.