Hast du es schon mitbekommen? Es gibt wichtige News für dein Impressum und deine AGB, die viele Seitenbetreiber komplett verschlafen haben. Die EU hat den Stecker gezogen: Die sogenannte OS-Plattform (Online-Streitbeilegung) wurde am 20.07.2025 offiziell abgeschaltet.
Das klingt erst mal gut (weniger Bürokratie, yay!), aber es gibt einen riesigen Haken: Wenn du dein Impressum noch nicht angepasst hast, riskierst du ab sofort eine Abmahnung.
Damit du auf der sicheren Seite bist, erkläre ich dir hier kurz und knapp, was passiert ist und welchen Textbaustein du sofort austauschen musst, falls noch nicht geschehen.
Was war die OS-Plattform noch mal?
Wenn du einen Online-Shop hast oder Dienstleistungen über deine Website verkaufst, warst du jahrelang verpflichtet, einen klickbaren Link zur EU-Streitschlichtung im Impressum vorzuhalten. Das war dieser kryptische Link hier: https://ec.europa.eu/consumers/odr/
Der stand (und steht leider oft immer noch) in fast jedem Impressum ganz unten.
Was ist passiert?
Die EU-Kommission hat diese Plattform dichtgemacht. Sie existiert nicht mehr als aktive Schlichtungsstelle.
Warum ist das für dich brandgefährlich?
Vielleicht denkst du dir: „Ach, ist doch nur ein alter Link, wen juckt’s?“ Leider sehen das Abmahnanwälte und Wettbewerber anders.
- Der „Tote Link“: Der Link in deinem Impressum führt jetzt ins Leere oder auf eine Fehlerseite. Ein solcher „Dead Link“ in den Rechtstexten ist ein gefundenes Fressen für Abmahnungen, weil er zeigt, dass du dein Impressum nicht pflegst.
- Irreführung: Wenn du deinen Kunden weiterhin eine EU-Schlichtungsstelle über diesen Link versprichst, die es faktisch so nicht mehr gibt, gilt das als Irreführung des Verbrauchers.
Mein dringender Rat: Wenn der Link noch da ist, ist es höchste Zeit. Wirf ihn sofort raus.
Wichtig: Nicht alles löschen! (Die Falle)
Jetzt bitte aufpassen: Viele machen in der Panik den Fehler und löschen einfach den kompletten Absatz zum Thema „Streitbeilegung“. Mach das bloß nicht!
Der Link zur EU muss weg, aber die Info-Pflicht nach dem deutschen Gesetz (§ 36 VSBG) bleibt bestehen! Du musst deine Kunden nämlich weiterhin zwingend darüber informieren, ob du bereit oder verpflichtet bist, dich mit ihnen vor einer deutschen Verbraucherschlichtungsstelle zu streiten.
Deine Sofort-Checkliste
Geh deine Seite am besten jetzt gleich durch:
- 1. Impressum checken: Such nach dem Link ec.europa.eu/consumers/odr. Lösche diesen Link und den dazugehörigen Satz, der auf die EU-Plattform hinweist.
- 2. AGB prüfen: Prüfe unbedingt auch in deine AGB. Da versteckt sich der Link oft auch noch im Kleingedruckten.
- 3. E-Mails & Footer: Hast du den Link vielleicht fest in deiner E-Mail-Signatur oder in automatischen Bestellbestätigungen (z.B. bei Shopware oder WooCommerce) hinterlegt? Dann muss er da auch raus.
Copy & Paste: Der korrekte Text für dein Impressum
Damit du nicht lange suchen musst, hier der Text, den du stattdessen brauchst, um das deutsche Gesetz zu erfüllen.
Die meisten von uns (mich eingeschlossen) nehmen nicht freiwillig an diesen Streitbeilegungsverfahren teil. Wenn das bei dir auch so ist, pack einfach diesen Schnipsel unten in dein Impressum (am besten als Überschrift „Verbraucherstreitbeilegung“):
Verbraucherstreitbeilegung
Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.
Damit bist du rechtlich sauber aufgestellt, erfüllst deine Pflicht nach § 36 VSBG und hast Ruhe.
Fazit
Die Abschaltung ist eigentlich eine gute Sache, weil dein Impressum wieder ein Stückchen kürzer wird. Aber wer jetzt pennt, riskiert unnötigen Stress. Nimm dir die 5 Minuten, update deine Texte und vermeide die Abmahnfalle.
Kleiner Disclaimer: Dieser Artikel ist ein gut gemeinter Tipp zur aktuellen Lage und keine Rechtsberatung. Wenn du eine 100-prozentige Sicherheit brauchst, frage bitte einen Anwalt.